Die Fritz Müller-Geschichte beginnt im Jahr 2009 mit der Idee, einer deutschen Traditionsrebsorte, die ins Hintertreffen geraten war, neues Leben einzuhauchen: Müller-Thurgau.

sie kam ...

Als Herr Müller aus dem Thurgau die Traube im Jahr 1882 im Rheingau züchtet, ahnt niemand, wie hinterlistig sie dem deutschen Weinbau noch in den Rücken fallen wird. Dem heimischen Klima angepasst, reift Müller-Thurgau schnell und ergibt deswegen in jedem Jahr fruchtig- erfrischende Weine, selbst dann, wenn andere Rebsorten und alle Freunde der Sonne wieder mal zu kurz kommen. Zuverlässig gut im Geschmack, verbreitet sich die Rebsorte schnell übers Land und toppt Anfang der 1970er Jahre sogar den Riesling.

sie ging ...

Doch in den 80er Jahren gehts bergab für den Müller. Viele Winzer nutzen es aus, dass die Rebsorte hohe Erträge bringen kann und verscherbeln sie als minderwertigen Massenwein. Die Welt wird überschwemmt mit billigen deutschen Weinen aus Müller-Thurgau und Verschnitten daraus. "Charakterlos, greislich, überflüssig!" schreien die Weinexperten. Der Ruf des deutschen Weinbaus ist damit erstmal komplett hinüber und Müller-Thurgau landet ganz vorn auf der Liste der verschmähten Rebsorten.

sie überlebt im Exil ...

In Norditalien läuft alles anders: Hier gibts schlimmen Prosecco statt schlimmen Müller. Dank der guten Qualität, die die Winzer in Südtirol und im Trentin seit den 80er Jahren aus Müller-Thurgau herausholen, darf unsere deutsche Rebsorte ein angenehmes Exildasein in Bella Italia fristen. Vor allem die verperlten Varianten des erfrischenden Müllers kommen gut an. Und spätestens seit dem Siegeszug des Spritz finden die Italiener unseren "Muller frizzante" sogar ziemlich lässig.

wieder entdeckt ...

Wenn auch verpönt und von den meisten Weinetiketten verbannt - vom Müller-Thurgau gibts in Deutschland nach wie vor genug. Vor allem in Rheinhessen. Und in Rheinhessen wohnt auch Lieblingswinzer Jürgen Hofmann. Er und seine Weinfreunde, die die Trauben für den Fritz anbauen, verstehen was vom Wein-Machen. Deswegen knüpfen sie heute an die guten alten Zeiten des Müller-Thurgaus an und so entsteht wieder ein frisch-fruchtiger, anregender Wein, der glücklich macht.

... verperlt sie jetzt als Fritz

Wichtig bei der Herstellung ist, dass im Fritz gute Trauben landen. Denn nur wenn gesunde und reife Trauben erwendet werden, schmeckt Fritz auf natürliche Weise so fruchtig-spritzig wie er ist. Und die Perlen, die er oben drauf bekommt, machen ihn zusätzlich frisch. Fritz wird nicht wie ein Massen-Perlwein produziert. Aber er soll allen schmecken. Allen, die nicht philosophisch am Glas schnuppern, sondern auch mal trinken wollen. Das aber ohne Kopfschmerzen und ohne leeren Geldbeutel am nächsten Tag.